Eierlikör selber machen ist einfacher, als viele denken: Eigelb, Zucker, Vanille, Sahne und eine gute Spirituose – mehr braucht es nicht. Mit einem Wasserbad und etwas Geduld entsteht ein cremiger, goldgelber Likör, der pur im Gläschen, über Eis oder im Kuchen schmeckt. Hier findest du unser Grundrezept, eine Variante mit Kondensmilch, Eierlikör zum Löffeln, eine alkoholfreie Version und die Anleitung für den Thermomix. Dazu Tipps, welcher Alkohol am besten passt, wie du ihn richtig abfüllst und was du tun kannst, wenn er zu dick oder zu flüssig wird.
Schnelle Fakten
- Grundzutaten: Eigelb, Zucker, Vanille, Sahne und Alkohol – klassisch Korn, Rum oder Weinbrand.
- Das Wasserbad erwärmt die Eiermasse schonend auf rund 70 °C, ohne dass das Eigelb gerinnt.
- Aus dem Grundrezept werden gut 0,7 Liter Eierlikör mit etwa 13 bis 14 % vol.
- Selbst gemacht gehört Eierlikör in den Kühlschrank und schmeckt in den ersten Wochen am besten.
- Menge: ca. 0,7 Liter (2 Flaschen à 350 ml)
- Vorbereitungszeit: 15 Min.
- Zeit im Wasserbad: 10–15 Min.
Zutaten
Klassischer Eierlikör mit Sahne
- 6 sehr frische Eigelb (Größe M oder L)
- 200 g Puderzucker
- 1 Vanilleschote (oder 1 Päckchen Bourbon-Vanillezucker)
- 250 ml Sahne
- 250 ml Korn, weißer Rum oder Weinbrand (mind. 38 % vol)
Außerdem
- ein Topf und eine hitzebeständige Metall- oder Glasschüssel für das Wasserbad
- ein Küchenthermometer
- saubere Flaschen mit Bügel- oder Schraubverschluss

Zubereitung
- Die Flaschen mit kochendem Wasser ausspülen und kopfüber auf einem sauberen Tuch trocknen lassen.
- Die Eier trennen. Das Eiweiß brauchst du hier nicht, es eignet sich zum Beispiel für Baisers oder Makronen.
- Die Vanilleschote längs aufschneiden und das Mark herauskratzen.
- Eigelb, Puderzucker und Vanillemark in der Schüssel mit dem Handrührgerät oder Schneebesen hell und cremig aufschlagen, etwa 3 bis 4 Minuten.
- Die Sahne nach und nach unterrühren.
- Die Schüssel auf den Topf mit leicht siedendem Wasser setzen. Der Schüsselboden sollte das Wasser nicht berühren.
- Die Masse unter ständigem Rühren langsam auf etwa 70 °C erwärmen und 10 bis 15 Minuten rühren, bis sie spürbar andickt und eine cremige Spur auf dem Löffel hinterlässt. Wärmer als 75 °C sollte sie nicht werden, sonst stockt das Eigelb.
- Die Schüssel vom Wasserbad nehmen und den Alkohol in dünnem Strahl unterrühren.
- Den Eierlikör durch ein feines Sieb in die Flaschen füllen, verschließen, abkühlen lassen und in den Kühlschrank stellen.
Am besten schmeckt dein selbst gemachter Eierlikör, wenn er ein bis zwei Tage im Kühlschrank durchziehen darf. Vor dem Einschenken die Flasche kurz schütteln.
Tipps für den perfekten Eierlikör
Ganz frische Eier: Weil die Eiermasse nicht gekocht, sondern nur erwärmt wird, kommt es auf die Frische an. Verwende Eier mit möglichst langem Mindesthaltbarkeitsdatum und achte auf saubere Schalen und Arbeitsgeräte.
Thermometer statt Gefühl: Die Temperatur entscheidet über die Konsistenz. Ein einfaches Küchenthermometer zeigt dir, wann die Masse warm genug ist – und bewahrt dich vor Rührei in der Schüssel.
Puderzucker statt Kristallzucker: Puderzucker löst sich schneller und gleichmäßiger, der Likör wird dadurch besonders samtig.
Echte Vanille: Eine Vanilleschote gibt deutlich mehr Aroma als Vanillezucker. Wer mag, legt die ausgekratzte Schote für ein paar Tage mit in die Flasche.
Welcher Alkohol passt in Eierlikör?
Die Spirituose prägt den Geschmack mehr, als viele erwarten. Wichtig ist ein Alkoholgehalt von mindestens 38 % vol, damit der fertige Likör kräftig genug wird.
- Korn: Der Klassiker in Norddeutschland. Ein milder Korn hält sich geschmacklich zurück und lässt Ei und Vanille in den Vordergrund. Gereifte Sorten wie der Münsterländer Lagerkorn V.S.O.P. bringen dezente Holznoten mit. Wie vielseitig Korn sein kann, liest du im Porträt der Brennerei Ehringhausen.
- Rum: Weißer Rum macht den Likör leicht und süßlich, brauner Rum sorgt für Karamell- und Gewürznoten. In unserer Kategorie Rum findest du zum Beispiel den Rumult Bavarian Rum vom Schliersee.
- Weinbrand: Gibt einen runden, warmen Charakter und passt besonders gut zur Weihnachtszeit.
- Wodka: Neutral im Geschmack, ideal, wenn das Eigelb-Vanille-Aroma ganz pur wirken soll.
Eierlikör mit Kondensmilch
Statt Sahne kannst du ungezuckerte Kondensmilch verwenden. Der Eierlikör wird dadurch etwas fester und erinnert an alte Familienrezepte.
- 6 sehr frische Eigelb
- 150 g Puderzucker
- 1 Vanilleschote
- 340 g Kondensmilch (7,5 % Fett)
- 250 ml Korn, Rum oder Weinbrand
Die Zubereitung ist dieselbe wie im Grundrezept: Eigelb mit Zucker und Vanille aufschlagen, Kondensmilch unterrühren, im Wasserbad auf etwa 70 °C erwärmen, Alkohol zugeben und abfüllen.
Eierlikör zum Löffeln
Für Eierlikör zum Löffeln brauchst du mehr Eigelb und etwas weniger Flüssigkeit. Das Ergebnis ist so dick wie Pudding und wird im Glas mit kleinem Löffel serviert – ein schönes Mitbringsel für die Adventszeit.
- 10 sehr frische Eigelb
- 200 g Puderzucker
- 1 Vanilleschote
- 200 ml Sahne
- 150 ml Korn oder Rum
Alles wie im Grundrezept zubereiten, die Masse im Wasserbad aber 15 bis 20 Minuten bei etwa 70 °C rühren, bis sie deutlich dick wird. Den Alkohol unterrühren und direkt in kleine Gläser mit Deckel füllen. Im Kühlschrank zieht die Creme noch weiter an.

Eierlikör im Thermomix
Im Thermomix übernimmt das Gerät Rühren und Temperatur, das Wasserbad entfällt.
- Eigelb, Puderzucker und Vanillemark in den Mixtopf geben und 30 Sek./Stufe 4 verrühren.
- Sahne oder Kondensmilch zugeben und 8 Min./70 °C/Stufe 3 erwärmen.
- Den Alkohol zugeben und 20 Sek./Stufe 3 unterrühren.
- Sofort in vorbereitete Flaschen füllen und abkühlen lassen.
Alkoholfreier Eierlikör
Für Kinder oder alle, die keinen Alkohol trinken, gibt es eine alkoholfreie Variante. Ersetze die Spirituose durch dieselbe Menge Milch und verfeinere mit einer Prise Zimt oder einem Tropfen Rum-Aroma. Die Masse wie im Grundrezept auf 70 °C erwärmen. Ohne Alkohol hält sich der Likör allerdings nur wenige Tage im Kühlschrank – am besten frisch genießen, zum Beispiel über Vanilleeis.
Eierlikör abfüllen und aufbewahren
Fülle den Eierlikör noch warm in ausgekochte oder mit kochendem Wasser ausgespülte Flaschen und verschließe sie gut. Selbst gemachter Eierlikör gehört in den Kühlschrank. Dort schmeckt er in den ersten vier Wochen am besten. Wie lange gekaufter und selbst gemachter Eierlikör sich hält und woran du erkennst, dass er nicht mehr gut ist, erklären wir ausführlich im Ratgeber Eierlikör.
Kleine rote Punkte oder eine leicht orangefarbene Schicht oben in der Flasche sind normal: Sie stammen vom Eigelb. Schütteln, dann ist alles wieder schön cremig.
Eierlikör zu dick oder zu flüssig?
Zu dick: Eierlikör zieht im Kühlschrank nach. Ist er dir zu fest, verdünne ihn mit etwas Sahne, Milch oder einem Schuss der verwendeten Spirituose und schüttle die Flasche kräftig.
Zu flüssig: Meist war die Masse nicht lange oder nicht warm genug im Wasserbad, oder die Eigelbe waren klein. Erwärme den Likör beim nächsten Mal etwas länger oder nimm ein Eigelb mehr. Ein bis zwei Tage im Kühlschrank machen ihn ohnehin noch etwas dicker.
Geronnen oder klumpig: Dann war die Masse zu heiß. Mit dem Stabmixer kurz durchmixen und durch ein feines Sieb gießen – oft lässt sich der Likör so noch retten.
Was du mit Eierlikör machen kannst
Eierlikör schmeckt pur und gut gekühlt im kleinen Glas, warm im Eierlikör Eggnog oder als Soße über Eis. Besonders beliebt ist er beim Backen:
- Eierlikör Kuchen – saftiger Rührkuchen, der Klassiker zu Ostern
- Eierlikör Torte und Eierlikör Biskuitrolle
- Eierlikör Muffins mit Blaubeeren
- Eierlikör Waffeln
- Eierlikör Eis

Keine Zeit zum Selbermachen?
Handgemachten Eierlikör gibt es auch von kleinen Manufakturen, die ihn genauso sorgfältig rühren wie du zu Hause. Der Eierlikör von Rübbelberg aus Berlin kommt mit Bourbon-Vanille und einem Hauch Limette, ganz ohne Milch und Sahne. Der NORK Eierlikör aus Bremen setzt auf Bio-Freilandeier und echte Vanille, ebenfalls ohne Sahne. Und der Raritas Eierlikör von Lantenhammer bekommt mit sizilianischem Orangengeist eine fruchtige Note. Weitere Sorten findest du bei unseren Likören.
Häufige Fragen
Muss Eierlikör ins Wasserbad?
Nein, es gibt auch kalt gerührte Rezepte. Das Wasserbad hat aber Vorteile: Der Likör wird cremiger, dicker und hält sich im Kühlschrank länger.
Wie viele Eigelb brauche ich für einen Liter Eierlikör?
Für rund einen Liter rechnest du mit 8 bis 9 Eigelb. Mit mehr Eigelb wird der Likör dicker, mit weniger flüssiger.
Wie viel Alkohol hat selbst gemachter Eierlikör?
Mit 250 ml einer Spirituose mit 40 % vol landet das Grundrezept bei etwa 13 bis 14 % vol. Gekaufter Eierlikör hat meist 14 bis 20 % vol.
Kann ich auch ganze Eier verwenden?
Es gibt Rezepte mit ganzen Eiern. Der Likör wird dann heller und weniger cremig. Für den klassischen, goldgelben Eierlikör nimmst du nur das Eigelb.