Korn hat bei vielen einen schlechten Ruf, irgendwo zwischen Schützenfest und Partykeller. Die Geschwister Ann-Katrin und Johann Dallmeyer aus Bremen wollten das nicht hinnehmen und haben 2016 NORK gegründet: einen Doppelkorn, der pur schmecken soll, und dazu Liköre mit ungewöhnlichen Kombinationen wie Kaffee und Lakritz. Hier erfährst du, wie aus einer Schnapsidee ein kleines Unternehmen wurde, wer den Korn brennt und welche NORK-Flaschen du bei uns findest.

Ein Korn mit Imageproblem
Ann-Katrin und Johann Dallmeyer beschreiben sich auf ihrer Website als „Geschwister so lange wir uns kennen, beste Freunde und Gründer von NORK“. Den Anstoß gab eine Entdeckung, die beide eher zufällig machten: wie gut ein Korn tatsächlich schmecken kann. Ihr Fazit steht bis heute auf der Über-uns-Seite: „Korn hat kein Geschmacksproblem, sondern ein Imageproblem.“ Daraus wurde die Mission, Korn wieder salonfähig zu machen.
Nach zwei Jahren Entwicklung kam der erste NORK im Oktober 2016 auf den Tresen. Den Großteil der ersten 300 Flaschen hatten die beiden da schon über eine Crowdfunding-Kampagne verkauft, also folgte eine zweite Charge mit 222 Flaschen, dann eine dritte und eine vierte. Firmensitz ist Bremen, NORK versteht sich aber als Bremer und Hamburger Marke. Johann führt die NORK GmbH & Co. KG, inzwischen arbeitet ein kleines Team mit.
Von Scheeßel zur Feinbrennerei Sasse
Am Anfang hatten die Geschwister nach eigener Aussage wenig Ahnung, aber hohe Ansprüche. Geholfen hat ihnen Hanschen Harm in Scheeßel, „in der goldenen Mitte zwischen Bremen und Hamburg“, wie NORK schreibt. Bei ihm wurde der Korn fast drei Jahre lang hergestellt, abgefüllt und etikettiert. Seit Mitte 2019 arbeitet NORK mit der Feinkornbrennerei Sasse zusammen, deren eigene Lagerkorne du bei uns unter Sasse Feinbrennerei findest. Dort entstand mit verschiedenen Brennblasen auch der zweite Doppelkorn: DERBE aus Weizen, Roggen und getorftem Gerstenmalz, rauchig und mit Noten von frisch gebackenem Brot. Der NORK Original ist aus deutschem Weizen gebrannt, mild, mit leicht malziger Süße. Beide haben 39 % vol. Mehr über Korn aus dem Norden liest du in unserem Beitrag Hamburger Korn mit Seemannsfeeling, weitere Brände in der Kategorie Korn.
Das Auge trinkt mit
Ann-Katrin ist Designerin, und das siehst du den Flaschen an. Von vorn ist das Etikett klar und nordisch gestaltet, aus einem anderen Blickwinkel zeigt sich eine kleine Farbexplosion oder ein frecher Spruch. Obendrauf sitzt ein Holzdeckel, die Flaschen sind fortlaufend nummeriert.
Und dann auch noch Likör
2018 probierte NORK sich mit ersten limitierten Likör-Editionen. Daraus ist ein kleines Sortiment mit festen Grundsätzen geworden: keine künstlichen Aromen und Geschmacksverstärker, Bio-Zutaten, wo es möglich ist, und in der Regel nur so viel Zucker, wie ein Likör laut Vorschrift braucht. Hinter fast jedem Produkt steckt eine eigene Geschichte, etwa wasserneutraler Kaffee oder „gerettete“ XS-Eier von Demeter-Höfen. Die Likörbasis aus dem eigenen Korn ist für Zitrone-Ingwer, Kaffee-Lakritz und Himbeer-Rosmarin belegt.
NORK bei Leni & Hans
Die NORK-Liköre
Der Zitrone-Ingwer Likör war der erste: Bio-Zitronen und Bio-Ingwer werden von Hand geschält und gepresst, der Likör ist naturtrüb und hat 20 % vol. Der Kaffee-Lakritz Likör verbindet Cold Brew aus Spezialitätenkaffee der Hamburger Waterkant Rösterei mit Süßholzlakritz ohne Salmiak, ebenfalls 20 % vol. Seit 2023 gibt es den Himbeer-Rosmarin Likör, fruchtig und herb zugleich, mit kräftig rosaroter Farbe.
Der NORK Eierlikör kommt ohne Sahne und Milch aus und ist laut Hersteller laktosefrei. Er wird aus Bio-Freilandeiern von Demeter-Höfen in Schleswig-Holstein gemacht, kleinen XS-Eiern, die für den Handel nicht taugen, dazu Bio-Vanille aus Madagaskar, 16 % vol. Im Winter gibt es ihn auch als Lebkuchen Eierlikör. Wie Eierlikör entsteht, erklärt unser Ratgeber Eierlikör, ein Rezept für die Adventszeit findest du unter Eierlikör-Eggnog.

Franzi, die zweite Marke
Mit Franzi hat NORK eine eigene Likörmarke, inspiriert von einem Hamburger Gebäck. Der Franzbrötchenlikör ist ein Sahnelikör mit Zimt, karamellisiertem Zucker, Butter und Vanille, 15 % vol. Dazu kommen saisonale Sorten mit ebenfalls 15 % vol: der vegane Bratapfel Likör, der Gebrannte Mandel Likör als Sahnelikör und, für wärmere Tage, Zitronenrolle und Spaghettieis. Alle Liköre von NORK findest du neben vielen anderen in der Kategorie Liköre.
So kommen die Flaschen auf den Tisch
NORK empfiehlt den Zitrone-Ingwer gut gekühlt oder als Spritz mit Sekt, den Himbeer-Rosmarin als Aperitif, zum Beispiel mit Zitronenlimonade auf Eis und einem Rosmarinzweig. Den Eierlikör schüttelst du vor dem Servieren kurz und bewahrst ihn nach dem Öffnen im Kühlschrank auf. Für die Liköre gilt unsere Hausregel: kühl und dunkel lagern, geöffnete Sahneliköre in den Kühlschrank. Den Franzbrötchenlikör kannst du über Vanilleeis geben, den Bratapfel Likör laut Franzi über warme Bratäpfel aus dem Ofen. Alle NORK-Produkte geben wir nur an Personen ab 18 Jahren ab.
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Fotos: © NORK, Bremen