Gin Tasting — Aromenwelt entdecken
Thymian, Hibiskus, Muskat oder Bergamotte — neben der klassischen Wacholderbeere besitzt Gin eine komplexe Aromenwelt. Mittlerweile existieren in Deutschland über 250 Gin-Marken. Jede hat ihr eigenes Geschmacksprofil. Brennmeister halten ihre Rezeptur streng geheim und geben oft nur einen Einblick in die Auswahl ihrer Botanicals.
Vorbereitung eines Gin Tastings
- 4–6 verschiedene Gins auswählen — idealerweise unterschiedliche Stile (London Dry, New Western, fruchtig, kräuterig)
- Tulpenförmige Verkostungsgläser — idealerweise Sherry- oder Weingläser
- Stille Mineralwasser zum Neutralisieren
- Weißbrot oder neutrale Cracker zwischen den Proben
- Verkostungs-Notizblock
So verkostet man Gin richtig
1. Optisch prüfen
Klarheit, Reinheit, Viskosität. Gins sind in der Regel klar und farblos — manche, wie Reserve oder mit besonderen Botanicals, zeigen feine Farbnuancen.
2. Riechen
Zunächst aus etwas Abstand: erkennst du den Wacholder? Welche anderen Düfte fallen auf — Zitrus, Kräuter, Blüten, Gewürze? Dann näher: die einzelnen Botanicals sollten differenzierbar sein.
3. Pur kosten
Einen kleinen Schluck nehmen und im Mund verteilen. Wacholder vorne, Botanicals im Mittelteil, Abgang am Gaumen.
4. Mit Wasser verdünnen
Ein paar Tropfen stilles Wasser öffnen den Gin und lassen die Botanicals klarer hervortreten. Probier den Unterschied!
5. Mit Tonic kombinieren
Klassisches Verhältnis 1:3 oder 1:4. Verschiedene Tonics bringen verschiedene Aspekte hervor — Mediterranean Tonic für florale Gins, klassisches Indian Tonic für Dry-Stile.
Tipps für ein gelungenes Tasting
- Reihenfolge: Von mild zu intensiv, von floral zu kräftig
- Pausen einbauen: Wasser trinken, Brot essen
- Notizen machen: Farbe, Nase, Geschmack, Abgang — jedes Detail festhalten
- Gemeinsam diskutieren: Aromen sind subjektiv — tausche dich aus