Für Henning Borchers sind Samen, Kerne und Nüsse Geschenke der Natur. In Charlottenburg presst seine Manufaktur Ölwerk aus diesen kleinen Kostbarkeiten hochwertige Speiseöle in Rohkost-Qualität.
Gespräch mit Henning Borchers von Ölwerk
Eigentlich nutzt jeder Pflanzenfette täglich in der Küche, ohne groß darüber nachzudenken. Warum sind Speiseöle für Sie eine Delikatesse?
Ein Großteil der Bevölkerung weiß nicht mehr, dass frisch gepresste Speiseöle lecker schmecken. Wir haben uns daran gewöhnt, Sonnenblumen- oder Rapsöl ohne Geschmack beim Discounter zu kaufen. Ich bin genauso mit Speiseölen in der Plastikflasche aufgewachsen und hatte kein Gespür für ihre Qualität.
Im Lebensmittelhandel gehören Speiseöle zum Trockensortiment wie Nudeln, Reis und Haferflocken. Für den Handel müssen sie ein Haltbarkeitsdatum von einem halben Jahr besitzen — das ist Teil des Problems, da frisch gepresste Öle im normalen Handel nicht zu finden sind. Wir bei Ölwerk pressen jeden Tag frisch, in kleinen Chargen.
Was unterscheidet eure Öle?
Wir verwenden ausschließlich Bio-Rohstoffe in Rohkostqualität — mit niedrigen Presstemperaturen. Das bewahrt das volle Aroma der Saat. Jedes Öl hat eine ganz eigene Charakteristik: Hanföl ist nussig-grasig, Walnussöl warm-rund, Leinöl erdig-würzig.
Wie genießt man hochwertige Öle am besten?
Für Salate, Dips, über fertige Speisen — aber nicht zum Braten. Die feinen Aromen vertragen keine hohen Temperaturen. Ein Brot mit gutem Olivenöl, etwas Salz und vielleicht einer Tomate — das ist für mich pure Delikatesse.