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Mondino – Bio-Amaro aus dem Chiemgau

Stephan
Das Mondino-Team in Schürzen vor einer Holzwand

Ein Amaro aus Bayern klingt erst einmal nach einem Widerspruch. In Traunstein im Chiemgau gibt es ihn trotzdem: Mondino entsteht in der Brennerei Schnitzer, einem Familienbetrieb, den es laut Hersteller seit über 100 Jahren gibt. Hier erfährst du, wie ein Brennmeister ein Rezept aus Italien mit nach Hause brachte, warum Rhabarber und Enzian in die Flasche kommen und wie du Mondino als Spritz, Tonic oder Negroni ins Glas bringst, auf Wunsch auch ganz ohne Alkohol.

Hände halten getrocknete Kräuter und Wurzeln für den Amaro

Ein Rezept aus Italien für den Chiemgau

Die Geschichte von Mondino beginnt in den 1960er-Jahren. Damals lernte Brennmeister Hans sein Handwerk in Italien und brachte von dort das Rezept für einen Amaro mit in den heimischen Chiemgau. Jahrzehnte später holte sein Enkel Max das alte Familienrezept wieder hervor, zusammen mit seinen Freunden Ferdinand, Florian und Benedikt. Die vier interpretierten es neu: konsequent biologisch und, wo es geht, mit Zutaten aus der Region. Auf der Website der Marke heißt das Kapitel dazu schlicht „Bayern grüßt Italien“.

Hergestellt wird Mondino in der Brennerei Schnitzer in Kaltenbach bei Traunstein, in den Chiemgauer Voralpen. Als Geschäftsführer der Brennerei Schnitzer GmbH nennt das Impressum heute Maximilian Schweisfurth, Florian Pfeufer und Ferdinand Sauerbruch. Die Marke selbst beschreibt sich mit einem Satz, der ihre Idee gut zusammenfasst: „Mondino ist bayerische Handwerkskunst gepaart mit italienischer Lebensfreude.“

Was ist eigentlich ein Amaro?

Amaro ist das italienische Wort für „bitter“. Gemeint ist ein Kräuterbitter: Kräuter, Wurzeln, Rinden und Zitrusschalen werden in Alkohol angesetzt, mit etwas Zucker abgerundet und mit Wasser auf Trinkstärke gebracht. In Italien steht ein heller, leichter Bitter gern als Aperitivo vor dem Essen auf dem Tisch, ein dunkler, kräuterbetonter eher danach. Mondino hat beides im Programm. Anders als ein Wermut, dessen Basis Wein ist, kommt ein Amaro ohne Wein aus. Wie Wermut gemacht wird, liest du in unserem Ratgeber Wermut.

Bitterorange, Rhabarber, Enzian und Hibiskus

Vier Zutaten prägen den Geschmack von Mondino. Die Bitterorangen kommen laut Hersteller von der Amalfiküste und aus Spanien und werden immer dann frisch angesetzt, wenn sie ihren besten Reifegrad erreicht haben. Frischer Rhabarber bringt eine angenehm säuerliche Note mit; wer das Stangengemüse mag, findet mehr dazu in unserem Beitrag Sauer macht glücklich. Gelber Enzian aus den Alpen sorgt für die würzig-herbe Seite, Hibiskusblüten für die rote Farbe. Zusammen kommen die Zutaten in bayerischem Quellwasser.

Die Kräuter und Früchte sind bio-zertifiziert und stammen laut Mondino, wenn möglich, aus der Region. Die Öko-Kontrollstelle ist DE-ÖKO-007. Laut Hersteller kommen weder künstliche Aromen noch Farbstoffe oder andere Zusatzstoffe in die Flasche, die rote Farbe stammt allein vom Hibiskus. Auf der Seite zur Herstellung fasst Mondino das in drei Worten zusammen: „Echtes Handwerk, Zeit und viel Geschmack“.

Säcke mit Kräutern, Wurzeln und Zitrusschalen neben Mondino-Kartons

Mondino bei Leni & Hans

Bei uns findest du vier Sorten aus dem Programm von Mondino. Die drei alkoholhaltigen geben wir nur an Personen ab 18 Jahren ab. Weitere Aperitifs und Kräuterbitter anderer Hersteller stehen in der Kategorie Liköre.

Amaro Bavarese Rosso: der Bitteraperitif

Der Amaro Bavarese Rosso heißt beim Hersteller inzwischen Mondino Aperitivo. Er ist das Herzstück der Marke: Bitterorange, Rhabarber, Enzian und Hibiskus, 18 % vol, in der 700-ml-Flasche. Das Geschmacksprofil beschreibt Mondino mit frisch, bitterfruchtig und kräuterwürzig. Der Rosso ist chininhaltig.

Amaro Bavarese Stagionato: fast ein Jahr im Eichenfass

Für den Amaro Bavarese Stagionato ruht der Aperitif laut Hersteller fast ein Jahr im Eichenfass und wird danach von Hand abgefüllt. Das Holz gibt Vanillenoten ab, die sich zu Bitterorange, Enzian und Rhabarber legen. Mondino führt ihn als limitierte Sonderedition, mit 24 % vol und ebenfalls chininhaltig.

Amanero: der Kräuterbitter

Der Amanero Kräuterlikör ist die dunkle, kräftige Seite der Familie. Laut Mondino stecken über 30 Kräuteressenzen darin, die monatelang im Holzfass lagern. Kräftige Kräuter, feine Zitrusnoten und die Wärme vom Fass bestimmen den Geschmack, 31 % vol. Mondino verbindet ihn ausdrücklich mit der Geschichte des Brennmeisters und seinen Lehrjahren in Italien.

Bio Aperitivo Senza: ohne Alkohol

Der Bio Aperitivo Senza folgt laut Hersteller der italienischen Amaro-Tradition, ist aber alkoholfrei: herb, frisch, zitrusfruchtig und kräuterwürzig, in der 675-ml-Flasche. Nach dem Öffnen gehört er in den Kühlschrank und sollte innerhalb von 14 Tagen getrunken werden. Mehr Alternativen ohne Alkohol findest du unter Alkoholfreie Spirituosen.

Mondino Aperitivo Senza wird auf Eis eingeschenkt

Spritz, Tonic und Negroni mit Mondino

Den Mondino Spritz baut der Hersteller so: 3 bis 4 cl Mondino, 10 cl Prosecco oder Champagner und 3 bis 4 cl Tonic Water auf Eis in einem großen Weinglas, dazu eine Zitronenzeste oder eine Zitronenscheibe. Für die alkoholfreie Variante nimmst du den Senza und einen alkoholfreien Prosecco. Noch schneller geht der Mondino Tonic: 5 cl auf Eis, mit Tonic Water aufgefüllt, eine Zeste von Grapefruit oder Zitrone darüber.

Im Negroni kann Mondino den klassischen italienischen Bitter ersetzen. In unserem Rezept für den Negroni steht der Stagionato als Alternative auf der Zutatenliste, gemischt mit Gin und rotem Wermut zu gleichen Teilen. Zwei Wermut-Hersteller haben ihre Lieblingsvariante mit dem Rosso aufgeschrieben: den Negroni HELMUT und den apros Classic Negroni. Weitere Varianten haben wir in unserem Beitrag zur Negroni Week gesammelt.

Ein Mondino Tonic mit Eis und Orangenzeste

Ein paar Ideen von uns

Stell für einen Aperitivo mit Gästen zwei Flaschen nebeneinander, den Rosso und den Senza, und lass jeden selbst entscheiden, ob mit oder ohne Alkohol. Mit der gleichen Zeste im gleichen Glas sehen beide Drinks fast gleich aus. Den Stagionato probierst du am besten zuerst pur auf einem großen Eiswürfel, dann schmeckst du, was das Fass beigetragen hat. Den Amanero stellst du nach dem Essen in kleinen Gläsern auf den Tisch, gern zu einem Stück dunkler Schokolade. Und wenn du verschenken möchtest: Rosso und Senza zusammen ergeben ein Geschenk, das zu jeder Runde passt.

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Fotos: © Mondino / Yorick Carroux (carroux.com)

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