Christian Jockheck kennt seine Bienen. Ohne Schutzanzug erntet der Imker aus Niedersachsen Honig mit ruhiger Hand. Vor der Leistung der Insekten für Natur und Landwirtschaft hat er größten Respekt. Ihr kostbares Naturprodukt verarbeitet er in schonenden Verfahren zu Jockheck's Honig.
Gespräch mit Christian Jockheck
Herr Jockheck, Sie ernten Honig ohne Schutzanzug. Sind Sie ein Bienenflüsterer oder verstehen Sie sich einfach gut mit Insekten?
Nicht immer, aber meistens gehe ich zu den Bienen ohne Schutzanzug. Ich bin Bienenzüchter, und jedes Volk hat seinen eigenen Charakter. Ich selektiere die Bienen auf bestimmte Eigenschaften wie Wabenstetigkeit, Honigertrag und Sanftmut. Mein Vater sagte immer: Wenn du wissen willst, wie die Tochter wird, schau dir die Mutter an. Das gilt auch bei Bienen — eine sanfte Königin gibt sanfte Bienen.
Wie sind Sie zur Imkerei gekommen?
Über meinen Großvater. Er hat mich schon als Kind mit zu den Bienen genommen. Mit zehn Jahren hatte ich mein erstes eigenes Volk. Inzwischen sind es deutlich mehr — und es ist nach wie vor meine Leidenschaft.
Was zeichnet Ihren Honig aus?
Ich arbeite mit schonenden Verfahren: Der Honig wird nicht erhitzt, nur sehr fein gefiltert, und ich rühre ihn cremig, ohne ihn zu zerstören. Dadurch bleibt das volle Aroma erhalten. Außerdem nehme ich mir Zeit für die Sortenreinheit — ich folge mit meinen Bienen den verschiedenen Trachten durchs Jahr.
Welche Sorten ernten Sie?
Frühjahrsblüte, Rapsblüte, Sommerblüte, Lindenblüte, Edelkastanienblüte, Heideblüte — je nach Jahr und Witterung. Jede Sorte hat ihren eigenen Charakter, ihre eigene Farbe und ihren eigenen Geschmack. Das ist das Spannende an dieser Arbeit.