Chilis wurden vermutlich bereits fünf Jahrtausende v. Chr. in Südamerika angebaut. Wie von Hernán Cortés, einem spanischen Eroberer, überliefert, würzten die Azteken mit Chili ihre Schokoladengetränke und verwendeten die Chilis auch zeremoniell. Nach Spanien gelangten sie durch Kolumbus. Wegen der Schärfe ordnete man das Gewürz zunächst dem Pfeffer zu.
In portugiesischen Kolonien wurde der Chili über Goa und Indien weiterverbreitet. Auch in Asien und Afrika handelte man bald mit dem Gewürz, das schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts Schwarzen Pfeffer als beliebtes Scharfgewürz vielerorts abgelöst hatte.
Bereits 1912 erschien die sogenannte Scoville-Skala für die Schärfe von Chilis — entwickelt vom amerikanischen Pharmazeuten Wilbur Scoville. Sie misst die Konzentration des scharfen Stoffes Capsaicin: Paprika hat 0 Scoville, Tabasco ~50.000, Habanero ~350.000, Carolina Reaper über 2 Millionen.
Schnelle Fakten
| Wissenschaftlicher Name | Capsicum (verschiedene Arten) |
|---|---|
| Familie | Nachtschattengewächse |
| Ursprung | Mittel- und Südamerika |
| Verwendete Teile | Früchte (frisch, getrocknet, eingelegt, gemahlen) |
Wonach schmecken Chilis?
Chilis sind nicht nur scharf — sie haben je nach Sorte fruchtige, rauchige, blumige oder erdige Aromen. Ein Jalapeño hat eine grüne, krautige Note, ein Habanero ist tropisch-fruchtig, ein Chipotle (geräucherter Jalapeño) hat eine charakteristische Rauchnote.
Verwendung in der Küche
- Lateinamerikanische Küche: Chili con Carne, Mole, Salsas, Tacos
- Asiatische Küche: Thai-Currys, Sambal, Gochujang in koreanischer Küche
- Mediterrane Küche: Arrabbiata-Pasta, scharfe Marinaden
- Hot Sauces: Tabasco, Sriracha, Harissa
- In der Schokolade: Wie schon bei den Azteken — intensiv und ungewöhnlich
Aufbewahrung
Getrocknete Chilis halten sich 1–2 Jahre. Frische am besten im Kühlschrank in Papier, ungeschnitten bis zu 2 Wochen. Gemahlene Chiliflocken oder Pulver: trocken, dunkel und luftdicht lagern.