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Kräuter & Gewürze

Kümmel — Aroma, Herkunft und Verwendung

Simon
Kümmel — Aroma, Herkunft und Verwendung

Kümmel (lateinisch Carum carvi) ist eines der ältesten Gewürze der Welt und seit Jahrtausenden bekannt. Er hat seinen Ursprung in Nord- und Mitteleuropa sowie in Asien. Schon in der Jungsteinzeit ist man in Pfahlbauten auf Kümmel gestoßen. In der Schweiz fanden Archäologen Kümmelsamen in einer 5000 Jahre alten Siedlung. In einer ägyptischen Kräuter-Enzyklopädie aus 1500 v. Chr. wurde Kümmel erstmals erwähnt.

Im Mittelalter galt er als Schutz vor bösen Geistern, und nach einem alten Volksglauben soll ein Kümmelsamen in der Tasche des Partners dessen Treue sichern. Zur Zeit Karl des Großen wurde er auf dessen Anweisung in den Gärten und auf den Äckern des Kaisers angepflanzt.

Schnelle Fakten

Wissenschaftlicher Name Carum carvi
Familie Doldenblütler (Apiaceae)
Weitere Namen Echter Kümmel, Wiesenkümmel, Gemeiner Kümmel
Ursprung Nord- und Mitteleuropa, Asien
Verwendete Teile Samen (Spaltfrüchte)

Anbau

Kümmel wächst in den gemäßigten Klimazonen und wird heute vor allem in Deutschland, Polen, den Niederlanden und in Skandinavien angebaut. Die zweijährige Pflanze blüht im zweiten Jahr in dichten weißen Dolden, aus denen sich die charakteristischen sichelförmigen Samen entwickeln.

Wonach schmeckt Kümmel?

Kümmel hat ein warmes, würziges Aroma mit anisartig-süßlichen Anklängen und einer leicht bitteren Komponente. Er ist intensiver als Anis, aber milder als Sternanis. Frisch gemörsert entfaltet er sein volles Aroma.

Verwendung in der Küche

  • Kohlgerichte: Klassisch zu Sauerkraut, Krautsalat, Rotkohl
  • Hülsenfrüchte: Linsen, Erbsen, Bohnen — gibt eine besondere Würze
  • Brot: Roggen- und Sauerteigbrote, Kümmelbrötchen
  • Käse: Tilsiter, Münster, Harzer — oft mit Kümmel
  • Fleischgerichte: Schweinebraten, Schweinshaxe, Gulasch
  • Spirituosen: Aquavit, Kümmellikör

Achtung: Kümmel nicht mit Kreuzkümmel (Cumin) verwechseln — obwohl beide zur gleichen Pflanzenfamilie gehören, schmecken sie ganz unterschiedlich.

Aufbewahrung

Ganze Samen halten sich 2 Jahre, gemahlen 6–12 Monate. Trocken, dunkel, luftdicht lagern.

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